Offene Diplomarbeiten

Rutschverzögerungen von Motorradfahrern und Fußgängern auf der Fahrbahn

Problemstellung

Regelmäßig fallen Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer nach der Kollision letztendlich auf die Fahrbahn und rutschen dort aus gelegentlich hoher Anfangsgeschwindigkeit in die Endlage. Zu der dabei wirkenden Rutschverzögerung gibt es überraschend divergente Angaben, die sich zum Teil wohl aus den unterschiedlichen versuchstechnisch Ansätzen erklären lassen.

Aufgabe

Aufbauend auf die Versuche von Niclas Wiemuth und den dabei entwickelten Dummy soll die Rutschverzögerung in praktischen Versuchen ermittelt werden. Bei der Arbeit von Niclas Wiemuth ergaben sich große Unterschiede in der durchschnittlichen Verzögerung, je nach Versuchsansatz. Diesen scheinbaren Widersprüchen soll in der Arbeit nachgegangen werden.

Voraussetzungen

Diese praktische Arbeit erfordert keine besonderen Vorkenntnisse und eignet sich wegen des überschaubaren Arbeitsaufwands als Batchelorarbeit.

Farbabweichungen bei der Reparaturlackierung

Problemstellung

Wird ein Karosserieteil, etwa ein Kotflügel, durch ein neues ersetzt, so weicht der Farbton des neu lackierten Teils leicht von demjenigen der Herstellerlackierung ab. Überschreitet diese Farbabweichung gewisse Toleranzen, wird sie auch für das ungeschulte Auge sichtbar. Bei einem Halftpflichschaden ist es daher gängige Praxis, Farbtonunterschiede zu kaschieren, indem man den Farbauftrag in den angrenzenden Karosserieteilen auslaufen lässt, d.h. unbeschädigte Teile mitlackiert. Im Kaskofall schließen die Versicherungsbedingungen die Kosten der Beilackierung meist aus.

Bei der »fiktiven« Abrechnung, bei der das nicht die Reparaturrechnung, sondern eine Reparaturkostenprognose als Abrechnung dient, führt die Beilackierung oft zum Streit: Der Anspruchsteller möchte die prognostizierten Kosten der Beilackierung von der gegnerischen Haftpflichtversicherung erstattet haben; diese weigert sich jedoch, solange die Kosten nicht konkret angefallen sind.

Da immer öfter nicht nur um die Unfallursache, sondern auch um die Reparaturkosten gestritten, müssen auch Unfallanalytiker sich mit diesem Problem auseinander setzen. Derzeit gibt es zum Thema »Beilackierung« zwar etlich Positionspapiere der unterschiedlichen Interessengruppen, doch ist die Faktenlage dürftig.

Aufgabe

Bei einer Handvoll Lackierereien sollen die Farbabweichungen zwischen Neuteil und Altlackierung bei »auf Stoß« lackierten Fahrzeugen mit einem Colorimeter gemessen und mit visuellen Wahrnehmungsschwellen vergleichen werden. Dabei soll möglichst eine »Farbskala« entstehen, anhand derer sich unproblematische Farbtöne identifizieren lassen. Auch der Einfluss strukturierter Arbeitsvorbereitung soll untersucht werden.

Voraussetzungen

Diese Arbeit verbindet sehr praktische Arbeit – Abstimmung mit den Lackierereien vor Ort – mit theoretischen Aspekten betreffend die visuelle Wahrnehmung. Entsprechend sollte der Student in der Lage sein, beides miteinander zu verbinden.